21. Sep 2021

Heute schon deine Komfortzone gedehnt?

Es gibt nicht DIE Komfortzone. Jeder hat seine ganz eigene. Sie endet manchmal bei der einen dort, wo sie bei einer anderen erst beginnt.

Wo Stefan schon bei Blickkontakt mit fremden Menschen Schweißhände bekommt, tanzt Stefanie mitten in der Fußgängerzone zu Straßenmusik, hat sich aber bis heute nie getraut, selbst zu singen.

Das Interessante daran: gerade weil die Komfortzone so individuell ist, ist es für die meisten Menschen ein Leichtes, an ihren Rand zu gelangen. Überall gibt es Möglichkeiten.

 

Wie finde ich heraus, wo meine Komfortzone überhaupt liegt?

Da gibt es nicht viel herauszufinden. Alles, was sich im ersten Moment für dich unangenehm anfühlt, du noch nicht kannst oder kennst, liegt außerhalb deiner Komfortzone oder umgedreht ausgedrückt – alles, was du kennst und wo du dich zurecht findest und wohl fühlst, liegt innerhalb deiner Komfortzone.

 

Und was soll das bringen, wenn ich meinen gewohnten Bereich verlasse?

Jedes Mal, wenn du deine Komfortzone verlässt und dich auf neuem Terrain bewegst, wirst du ein kleines Stück flexibler. Dein Horizont erweitert sich, du lernst Fertigkeiten dazu oder verbesserst sie. Je öfter du dich aus deiner Komfortzone heraus wagst, desto geübter wirst du darin, mit neuen Eindrücken umzugehen. Das Ende vom Lied: plötzliche Richtungswechsel in deinem Leben hauen dich nicht mehr so leicht aus den Latschen. Du wirst mutiger und lernst, dich selbst in einer künstlich erzeugten Extremsituation ganz anders kennen. Du findest Dinge heraus, die du vielleicht schon dein Leben lang als fehlendes Teilchen gesucht hast.

Was wäre, wenn du dich außerhalb deines Gewohnten sogar anfängst, richtig wohl zu fühlen?

 

Warum sollte ich Dinge tun, die sich nicht gut für mich anfühlen?

Es geht nicht darum, auf Teufel komm raus Dinge zu tun, die sich schlecht anfühlen. Das wäre sogar kontraproduktiv und würde dir insgesamt auf lange Sicht nicht gut tun.

Jetzt ist es nun so, dass von der Liste an Dingen, die dir vermeintlich unangenehm sind, nur einige wenige tatsächlich eine Zumutung für Leib und Leben sein werden.

Dir ist es unangenehm, Fallschirm zu springen? Ok, kann ich verstehen, würde ich auch nicht machen wollen.

Aber woran liegt es? Ist es die Höhe? Ist es die Angst, dass der Fallschirm nicht aufgehen könnte oder vielleicht sogar die Situation im Flugzeug?

Nehmen wir mal an, es ist die Höhe. Um deine Komfortzone zu verlassen, muss es ja nicht gleich ein Fallschirmsprung sein. Wie wär’s, wenn du mit dem 3-Meter-Turm im Schwimmbad beginnst?

Oder stellen wir uns vor, du fasst den Entschluss, vor einer größeren Gruppe von Menschen zu singen, obwohl du es vorher noch nie getan hast. Dreht sich bei der Vorstellung dein Magen um oder ist es im Rahmen des Machbaren?

Und nochmal: es geht nicht darum, dich komplett zum Vollhorst zu machen und das auszuhalten. Es geht darum, neue Dinge zu wagen, die schon lange in dir schlummern und immer mal wieder nach oben wollen. Mit Sicherheit gibt es auch bei dir solch ein Thema oder eine Grundangst, der du vielleicht schon länger begegnen willst.

Zusammengefasst: neben den Dingen, die wirklich eine Bedrohung für dich darstellen, gibt es ganz viele Dinge, von denen du nur glaubst, dass sie dich bedrohen. In Wirklichkeit ist eine Angst vor der eigenen Courage, dem Versagen, ungeliebt zu sein etc.

Du willst einen Anfang machen, dir fällt aber nichts ein? Dann fang morgen an mit Wechselduschen. Und wenn du keine Dusche hast, mit Wechselbädern.

 

Im Anfangen liegt der Schlüssel. Vertraue mir.

Henrike Krauß